Archiv für Mutter

23. April Donnerstag 1987

Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags , , , , , , , , , , , , , , am August 6, 2008 von lilsister

Warum nur kann ich diesen Jungen nicht haben? Ich bin verrückt.

Ich könnte Ihn stundenlang tanzen sehen, und reden, und lachen, und „fötzeln“ (spotten), und gehen, und reklamieren, und und und…

Ich versuche Ihn so oft wie möglich um mich zu haben. Deshalb habe ich auch heute wieder gebeizt. Er hat mehreren „Lastern gefröhnt“, ohne dass ich Ihm böse sein könnte. Er soll nur nicht übertreiben. So ein schöner Junge, mit seinen blauen Augen und dem Grins-Lächeln, wenn Er jemand Weiblichen fertig machen will…

Er hat verschiedenen "Lastern gefröhnt"

Er hat verschiedenen "Lastern gefröhnt"

Neues Team. Ich knapp drin, Er bis auf zwei alle Stimmen.

Mutter-Geburi. Ich ging zu wenig darauf ein. Habe Mühe, mich in die Schule einzuleben. Fahre einfach wie in Ferien fort.

Ende Ferien träumte mir oft von Hunden, letzte Nacht von einem Bauernhaus, das Vater kaufte.

Crocket-Spiel in Seinem Garten (die Schildkröte heisst Bubu)

Crocket-Spiel in Seinem Garten (die Schildkröte heisst Bubu)

26. Februar Donnerstag 1987

Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags , , , , , , , , am Juli 24, 2008 von lilsister

„Lieber Briefkastenonkel

Mein Problem ist folgendes: Mir fehlt jeder Instinkt im Kontakt mit anderen Menschen. Ich verhalte mich immer missverständlich. Den Jungen, den ich am meisten mag, behandle ich am kältesten. Immer, wenn ich gerade davor stehe, ein Gefühl zu zeigen, überkommt mich die Angst. Niemand darf es wissen. Auch sonst ist es so. Wenn ich am Abend über den Tag nachdenke oder rede, komme ich selbst oder Mutter darauf, wie andere verstanden haben könnten, was ich gesagt oder getan habe.

Ich bin unfrei in meinen Gefühlen. Das drückt sich in all meinen Bewegungen aus, keine Ahnung von Körperbeherrschung. Andererseits kann ich mich auch nie gehen lassen.

Bitte, was soll ich tun?“

Gestern und heute Abend hatten wir in der Jugendgruppe Gäste (Eltern, Behörden). Habe wieder etwas mit dem neuen R. getanzt. Ging schlechter als immer. H. verdächtigte mich in dieser Richtung. B.B. fragte mich nach meiner Verliebtheit. Habe ich Mutter zu verdanken. Konnte doch wirklich nicht reden. Erst auf dem Heimweg kam mir in den Sinn, er meine vielleicht sich…

Wollte über den anderen R. hinwegkommen. Geht nie ganz. Er ist zu gut, und muss in Echtheit noch viel besser sein. Ich möchte seine Echtheit kennen und lieben.

Schule: Dipl. Bücher!

Rückblende: Hoffentlich vergesse ich den super Regiekurs nie. All die Leute, die ich duze!

25. Januar Sonntag 1987

Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags , , , , , , , , , am Juli 17, 2008 von lilsister

Ich sitze auf meinem Bett und höre endlich wieder einmal Fendrich. Eigentlich treibts mich nicht so wie sonst zum Schreiben. Was soll ich bereichten? Dass ich letzte Woche und auch vorher kaum einen Abend daheim und zu normaler Zeit im Bett war? Von der strengen Schule, den bald abgeschlossenen Vorbereitungen zum Kirchensonntag, vom Freitagabend, von heute?

Am meisten bewegt mich im Moment noch immer der gleiche Schmäh. Ich habe keine Ahnung, wie er zu mir steht. Entweder bin ich ihm gleichgültiger als jede, oder er hat Angst wie ich. Gestern hat mir Mutter mit ihrem Reden wieder Hoffnung gemcht. Hoffnung möchte ich aber nicht. Es wäre so einfach, ihn einfach von weitem zu beobachten. Aber ich muss nun mal mit ihm Kontakt haben. Und stets mache ich es falsch. Mit jedem kann ich reden, aber bei ihm trau ich mich fast nicht, wegen dem falsch machen.

Auf jeden Fall ist und bleibt er ein Schatz. Was er auch tut und sagt, er gefällt mir. Ski fährt er schön (18.1. Kleine Scheidegg), aber erst seit der 9. Klasse. Damals war er so müde, dass er dauernd stürzte. Vorgestern hat es ihn nun so genommen, dass man ihn, wäre die Bindung nicht auf, hätte „zusammenlesen“ müssen. Das ganze Gesicht hat er verkratzt, nach ihm, weil er mir zu Nahe getreten sei… Ach ja, gesehen habe ich ihn drum gestern Abend beim Jugendmusik-Konzert und weiss jetzt nicht, wie ich es bis zum Donnerstag aushalten soll.

Lassen wir es. Bin verliebter denn je. Schade, dass nichts werden kann.

PS. Träume schon von ihm.