1. Februar Sonntag 1987

Kirchensonntag, Ferienbeginn. Ich fühle ich so eingeschränkt, unfrei, gehemmt. Gerade im Zusammenhang mit der Theatergruppe ist es mir schrecklich bewusst geworden, dass ich nur noch in Gegenwart meines jüngsten Bruders bin wie ich sein kann, Unsinn frei und laut loslasse, mich verstelle, spiele, improvisiere.

Gerade aus Angst vor der (Mittel)Schule habe ich damals begonnen, mich einzuschränken. Jetzt bin ich schon längst losgekommen davon, mein ich vor der Klasse total zu verbergen. Aber etwas wie ein Panzer hat sich um mich gebildet, den ich, auch wenn ich nun möchte, nicht mehr zu sprengen vermag.

Mein Selbstvertrauen ist wiedermal auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Was macht mir noch Freude? Alles an mir missfällt mir. Wie könnte ich, wie ich bin, auch andern gefallen, wie frei werden?

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