13. November Donnerstag 1986
An und für sich ein guter (Geburts)Tag. Viele haben an mich gedacht, lauter herrliche kleine Geschenke.
Aber Er ist unglücklich, und ich kann gar nichts machen.
Das ich verliebt bin, kann ich jetzt wirklich nicht mehr abstreiten. Als es hiess, er kommt nicht, war ich traurig und enttäuscht, und als er dann doch kam, hat es mir richtig “das Herz gehoben”. (Red doch nicht so geschwollen.) Aber es ist schon eine ganz neue Gefühlswelt, die sich da auftut für mich. Noch schwach und verwirrend, aber wachsend, und ich fürchte, ich kann es nicht mehr verbergen. Und immer suche ich zu verbergen. Ich will nicht, dass jemand es merkt, und deshalb kann auch wohl er nichts davon wissen.
Am Anfang war ich aufgedreht und zufrieden. Ich wollte gefallen. Aber ich musste ja sehen, dass er so müde und unglücklich war. Dann wurde ich traurig, dazu kam noch das Wecker-Lied von Sophie… Ich konnte gar nicht mehr still sitzen. Er ging hinaus, mit M. (älteres Mitglied unserer Jugendgruppe, ne Art “grosse Schwester”) reden. Er hat wirklich etwas auf dem Herzen, und ich kann nichts tun! Und er wird nie etwas merken, dass ich ihn mag, liebe und möchte, und ihm gern hülfe, ja. Und wahrscheinlich hat er gar nie etwas von mir gewollt, oder es doch gleich aufgegeben. Ich mit meinem Verhalten und den Anlaufschwierigkeiten.