Ich finde mein Leben so inhaltslos. Ich erlebe nichts. Habe nicht mal schmerzhafte Probleme. Das ist so unfruchtbar! Ich muss mein Leben künstlich füllen. Ich bete um eine Triebkraft in meinem Leben.
Archiv für Juli, 2008
6. April Dienstag 1987
Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags Leben, Lebensinhalt, Tagebucheintrag am Juli 31, 2008 von lilsisterStenografische Notizen vertraulichen Inhalts, Frühjahr 1987
Veröffentlicht in Notiz mit Tags Geheimnis, Liebe, Stenografie am Juli 29, 2008 von lilsister4. April Freitag 1987
Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags Berufswahl, Buchhandel, Cousine, Der Name der Rose, Er, Film, Heimweg, Hundeschau, Jugendgruppe, Kino, Konfirmation, Liebe, Schnupperlehre, Selbstliebe, Streiche, sturmfrei, Tagebucheintrag, Theater, verliebt am Juli 29, 2008 von lilsisterAlso, recherch, recherch…
Konf mühsam, aber vorbei. Beide letzte Donnerstage flau (kein Programm). Samstag Theater in N. (Heimatort, Lieblingscousine). Mittwoch und Donnerstag Schnupperlehre in zwei verschiedenen Buchhandlungen in T. Hoffen!
1 Woche sturmfrei von uns Kindern (Eltern Toskana). Heute Abend zwei Anrufe (ich im Pijama, vor Haare stutzen). 1. Jugendgruppe um 20h15, 2. Lieblingscousine für Sonntag Hundeschau in Bern.
Ich ab in Jugendgruppe. Spielen, Musik, reden. Am Ende noch 4. Gegen 3 Uhr Morgens mit Ihm gegen heim zue. Er kam noch weiter mit wegen verdächtigen Gesellen. Die Streiche, die er erzählt! Er ist extrem in Ordnung. Und bringt mich völlig aus der Ruhe. Ich glaube verliebt sein heisst, jemand macht einen unruhig.
Ich denke immer noch, wenn… Aber es soll nicht sein. Und eigtl. mag ich gerade seine Einstellung, niemanden zu wollen. Wir sind ja beide noch so (zu) jung.
Aber auffällig wirds vielleicht schon langsam, dass ich suche so viel wie möglich in seiner Nähe zu sein. Und so viele sind hinter ihm her!
Festgestellt: Habe mich lieber als ich möchte. Halte mich für anders… (seit je).
Name der Rose gesehen… Nicht soooo great, aber gut (vielleicht liegts am Kino).
21. März Samstag 1987
Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags Ausgang, Bruder, Cousine, Er, Jugendgruppe, Kollegial, Konfirmation, Liebe, Pub, Tagebucheintrag, Theater, Wettkampf am Juli 28, 2008 von lilsisterMorgen findet die Konfirmation meines mittleren Bruders statt. Meine Lieblingscousine ist hier. War mit ihr in der Jugendgruppe, dann Pub. Viele da, auch Er. Ich benahm mich nicht besonders gut. Hätte gestern noch eintragen sollen.
Donnerstag habe ich entschieden, dass es eigentlich gut ist, auf kollegialer Basis mit Ihm zu verkehren, auch altersgemäss. Wir waren 2er-Team bei Einzelwettkampf-Olympiade, und halfen uns, auch gegen die Regeln… Kam etwas über die Brille hinweg (er schimpf, schimpf, weil ich stets von ihr rede).
Freitag Theater mit allen, auch Ihm. Sind zu wenige. Textentwurf gesehen. Ich spritzte doof. Tja. Heute war ich gemischt und müde. Pub in Ordnung, aber zu laute Musik (live, sonst gute Stücke). Schreiben könnte ich dort.
Meine Cousine ist ein Schatz. Haushalterisch und auch sonst mir überlegen. Hoffe, es hat ihr nicht zu schlecht gefallen.
18. März Mittwoch (1. Ferientag) 1987
Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags Er, Geheimnis, Liebe, Tagebucheintrag am Juli 27, 2008 von lilsisterEs ist mir unangenehm beängstigend bewusst geworden, wie gefährlich ist, was ich mache: in so vielen Hirnen existiert Er fest. Andere wissen, dass ich verliebt bin, und lauern mir auf. Es ist fast noch schlimmer, als ob ich Ihn erfunden hätte. Stell Dir vor, Er würde es irgendwie erfahren, es gibt jetzt so viele Möglichkeiten, die ausser meiner Kontrolle sind. Ich könnte ja die Konsequenzen gar nicht tragen! Vielleicht „liebe“ ich nur, weil ich finde, es werde Zeit. Ich bin so unvorsichtig mit meinem Mundwerk!
12. März Donnerstag (nein, Freitagmorgen) 1987
Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags Demütigung, Der Name der Rose, Diskussion, Er, Jugendgruppe, Kino, Kontaktlinsen, Krisensitzung, Liebe, Motorrad, Paris, peinlich, Schule, Skifahren, Tagebucheintrag, Tanzen, Vater, verloren gehen am Juli 26, 2008 von lilsisterEin beklemmender, kurzsichtiger Tag (Linsenverbot) mit einem doch gutgeratenen Abend.
Vorgeschichte: 2 letzte Teamsitzungen zeigten zornige Differenzen in der von mir noch immer so genannten Jugendgruppe. Sonntag hatte ich Pech beim Skifahren mit 6 von der Gruppe -> ich ging verloren.
Heute Abend war stumme (nachher im kleinen Kreis auch laute) Diskussion, Stellungnahmen zur jetzigen Gruppensituation. Sonntag Grossteamsitzung.
Ich möchte mich jetzt engagieren, fühle mich trotz demütigendem Wochenende wieder stark genug. War am Tag aufgereizt, hoffentlich am Abend nicht mehr zu sehr. Er sammelte Plus-Punkte!
Zum Verlorengehen: andere 2 riefen am betreffenden Tag an, wieder ein anderer machte stumm Vorwurf, letzte erzählen sogar herum… Er sprach kein Wort vor anderen, erzählte aber nach „Diskussion“ in der stillen Ecke von den Geschehnissen und hängte seinen berühmt-berüchtigten, auch nicht unpeinlichen Sturz an.
Bei der „Diskussion“ brachte er spitze Meinungen und fand meine nicht zu abgeschmackt (endlich habe ich wieder eigene! Und gar nicht so fern von seinen). Dann gab er noch einen Mini-Tanzkurs (Ich = Brett).
In mir ist es ganz zärtlich für ihn. Ich möchte oft seinen Schopf „wosche“. Aber wahrscheinlich ist es schöner, ihn einfach so anzuhimmeln, ohne Verpflichtungen. Dennoch, ich habe das Gefühl, mit ihm zusammen wäre ich unglaublich stark.
Wenn nur etws ihn von seinen Motorradfahr-Plänen abhielte.
Sein Vater wird 65! Ich tat wohl erschrockener als „nötig“.
Wie er sich ereifern kann! (Beim diskutieren)
Dann hat er mir vor seinem Haus noch das Champs Elysée Kino beschrieben… ein Traum. (Empfahl „Der Name der Rose“)
Schule fast fertig, Zeugnis steht!
1. März Sonntag 1987
Veröffentlicht in Poesie, Tagebuch mit Tags Er, Gedicht, Jugendgruppe, Liebe, Mundart, Nacht, Schule, Tag der offenen Tür, Tagebucheintrag, Unsinn, verrückt am Juli 25, 2008 von lilsisterIch habe etwas Mühe, den letzten Tag zu verarbeiten. Zuviel passiert. Einzelheiten verlieren sich.
Morgen kaum Schule: Fete der 3. Klässler. Von Bahnhof direkt in die Jugendgruppe -> ökum. Jugendgruppe/arbeit, Tag der offenen Tür. Zuerst alle Leute, dann immer jünger. Um halb 5 gegen heim. Am Abend wäre Znacht (Abendessen) gewesen, habe wegen meiner Liebe abgesagt, ging den Abend wieder hin.
Ping-Pong – Coup (Eisbecher) – (hier kam er erst) – Ping-Pong – einer nach dem andern heim – quatschen, einander verlegen machen, ernst auch mal. Gedicht:
Nacht in der Ludothek
Den Scheich im Halma,
den Gring im Caram’,
und ab und zu
luegt er hinter dem Harrass fürha.
Gegen halb 4 gingen wir letzten 4 heim zu. Verrückte Nacht…
Bin verliebter als möglich. Leider viele bessere Anwärterinnen. Er fange an, sich wieder für Frauen zu interessieren.
Liebesgedicht, undatiert, Anfang 1987
Veröffentlicht in Poesie mit Tags Er, Gedicht, Liebe, Schule am Juli 24, 2008 von lilsisterR.
Gestern Morgen
Vorgestern Nacht
Sturm Du. Und draussen wieder so fremd.
Ich möchte
Dich haben und kennen.
Ist das falsch?
Deine Flasche
(Rechtskunde)
26. Februar Donnerstag 1987
Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags Er, Jugendgruppe, Liebe, Mutter, Selbstzweifel, Tag der offenen Tür, Tagebucheintrag, Tanzen, Theater am Juli 24, 2008 von lilsister„Lieber Briefkastenonkel
Mein Problem ist folgendes: Mir fehlt jeder Instinkt im Kontakt mit anderen Menschen. Ich verhalte mich immer missverständlich. Den Jungen, den ich am meisten mag, behandle ich am kältesten. Immer, wenn ich gerade davor stehe, ein Gefühl zu zeigen, überkommt mich die Angst. Niemand darf es wissen. Auch sonst ist es so. Wenn ich am Abend über den Tag nachdenke oder rede, komme ich selbst oder Mutter darauf, wie andere verstanden haben könnten, was ich gesagt oder getan habe.
Ich bin unfrei in meinen Gefühlen. Das drückt sich in all meinen Bewegungen aus, keine Ahnung von Körperbeherrschung. Andererseits kann ich mich auch nie gehen lassen.
Bitte, was soll ich tun?“
Gestern und heute Abend hatten wir in der Jugendgruppe Gäste (Eltern, Behörden). Habe wieder etwas mit dem neuen R. getanzt. Ging schlechter als immer. H. verdächtigte mich in dieser Richtung. B.B. fragte mich nach meiner Verliebtheit. Habe ich Mutter zu verdanken. Konnte doch wirklich nicht reden. Erst auf dem Heimweg kam mir in den Sinn, er meine vielleicht sich…
Wollte über den anderen R. hinwegkommen. Geht nie ganz. Er ist zu gut, und muss in Echtheit noch viel besser sein. Ich möchte seine Echtheit kennen und lieben.
Schule: Dipl. Bücher!
Rückblende: Hoffentlich vergesse ich den super Regiekurs nie. All die Leute, die ich duze!
5. Februar Donnerstag 1987
Veröffentlicht in Tagebuch mit Tags Er, Glück, Mauerblümchen, Militär, Stenografie, Tagebucheintrag, Tanzen, Traummann am Juli 22, 2008 von lilsisterZum erstenmal schreibe ich aus einem puuren Glücksgefühl hier hinein. Der Tag war nichts besonderes, der Abend aber herrlich, mit einem Unterbruch von Traurigkeit.
Nach dem (offiziellen) Programm der Jugendgruppe übten wir Fox-trotten für den Tag der offenen Tür. Ich war steiff wie immer, aber dann übte ich die Paar Schritte, eine oder einer half mir kurz dabei…
Dann wurde es (ich war am Abend eigtl. aufgezogen) deprimierend, weil Sie die ganze Nacht mit Ihm tanzte, und wie. Er liebt es sehr zu tanzen, auch für sich, und hat Beine wie Gummi. Nicht, dass ich mit ihm hätte tanzen wollen, dafür bin ich viel zu ungeschickt.
Dann holte mich dieser neue Junge, ein flotter übrigens, der war mit ihm und dem andern von der Jugendgruppe in Paris, und der konnte es auch nicht so toll, nahm also Rücksicht. Für einen „guten“ Tänzer wäre mein mageres Können vielleicht sehr langweilig gewesen, aber er tanzte sehr lange mit mir.
Am Schluss, als ich fast das einzige Mädchen war (habe ja Ferien), holte mich auch noch Er („Du kannst doch jetzt?“). Leider waren seine Schritte anders, und ich kam einfach nicht aus dem eingeübten Dreh heraus. Er gab sich dann Mühe, aber die Musik hörte bald auf.
Um halb 12 war ich das einzige Mädchen, draussen verfielen die Jungen auf das Lieblingsthema: Militär, und die anderen, alle viel „erfahrener“ als er, erzählten ihre Schauermärchen. Jetzt kann ich manche Mädchen verstehen, warum sie zu reklamieren anfangen, wenn ein Ton in diese Richtung kommt.
Sogar den halben Heimweg war ich mit Ihm (und anderen). Natürlich, man redet Belanglosigkeiten, und ich werde wieder Mist gequaselt haben, blöd gelacht vor allem…
Auf jeden Fall hat mich der Abend sehr aufgestellt. Ich möchte gut Tanzen lernen. Ob er nochmals die Geduld aufbringt? Er ahnt ja nicht, warum ich entschieden habe, dass er am Samstag Aufgaben mache und nicht z’Tanz gehe: ich habe dann Kurs (Regie).
Meine Reitkollegin fand Ihn nicht hübsch. Ich habe eine Traummanneigenschaftenliste aufgestellt, vielleicht schreibe ich sie nochmal auf, später.




